Wasserstoffkompetenztag Vorderpfalz bei KST

Volle Kraft voraus

BLICKPUNKT: Wie weit ist Wasserstoffmobilität und wann hat das Auswirkungen auf Landkreis und Stadt Bad Dürkheim? Die Antworten beim Wasserstoffkompetenztag im Dürkheimer Bruch lauten: Weiter und schneller als erwartet. Bald könnte der Antriebsstoff der Zukunft sogar in Bad Dürkheim produziert werden.

Bei der Dürkheimer KST-Motorenversuch GmbH, Gastgeber des Kompetenztags, laufen auf den Prüfständen schon beide Antriebsarten, die auf Wasserstoff basieren: Brennstoffzellen und Verbrennungsmotoren. Um die anzutreiben, braucht KST-Wasserstoff, der von Lkw-Trailer angeliefert und per Übergabestation ins System eingespeist wird – bei steigendem Bedarf. Zu dieser Station führte der Rundgang bei der Veranstaltung mit der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt und Staatssekretärin Petra Dick-Walther (beide FDP).

Ist mehr Wasserstoff nötig, sind größere Tanks denkbar – oder ein Elektrolyseur, also eine Anlage, die direkt in Bad Dürkheim Wasserstoff produziert. Dafür gibt es laut Paul Anfang, Vorstand der Pfalzwerke, bereits eine Absichtserklärung: „Das sind nicht mehr nur theoretische Ansätze.“ Auf diesen Weg hofft auch KST, teilt Gerhard W. Reiff, Vorsitzender der Geschäftsführung, mit. „Das wäre unser Traum“, sagt er. Wobei der Wasserstoff nicht nur von KST, sondern auch von anderen Kun-den genutzt werden kann.

Gespräche mit Stadt und Kreis sind geplant. Direkt auf dem KST-Gelände wird das Projekt kaum realisierbar sein. „Ein Areal in der Nähe wäre schön“, sagt Bürgermeister Christoph Glogger (SPD), der den Kompetenztag ebenso verfolgte wie Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU). Für den Kreis hat das Thema Brisanz, weil ab 10. Dezember 2022 Teile der Bus-Linienbündel im Öffentlichen Nahverkehr neu zu vergeben sind. „Vorbereitungen müssen wir jetzt treffen“, sagt Ihlenfeld und meint, dass ein Wasserstoffantrieb nur dann Teil der Ausschreibungen sein kann, wenn auch die Versorgung mit Wasserstoff sichergestellt ist. „Wir müssen dieses Eisen jetzt schmieden, auch wenn es nicht einfach ist“, so Ihlenfeld. Die Stadt hat ihre Buslinien zwar vor zwei Jahren für zehn Jahre neu ausgeschrieben, hat laut Glogger aber eine Ausstiegsklausel. Einig sind sich Landrat und Bürgermeister, dass es – sollte der Wasserstoffantrieb im ÖPNV kommen – eine Übergangszeit geben werde. „Wir werden nicht sofort genug Wasserstoff-Fahrzeuge zur Verfügung haben“, sagt Ihlenfeld.

Dazu passten die Vorträge der Experten, die beim Kompetenztag aktuelle Entwicklungen vorstellten, die in Zusammenhang mit KST und damit mit Bad Dürkheim stehen. Thomas Korn, Gründer und Geschäftsführer von Keyou, berichtete von der Technik für Wasserstoff-Ver-brennungsmotoren und ist sicher: „Man kommt bei der Frage nach der Verteilung und Speicherung von Energie in Zukunft nicht an Wasserstoff vorbei.“ Keyou bietet Technik und Software für Motorenhersteller. Der Vorteil: Dieser Antrieb mit Wasserstoff basiert auf dem Verbrennungsmotor, den die deutsche und damit auch die rheinland-pfälzische Automobilindustrie beherrscht. Die Motoren müssen „nur“ angepasst werden, würden „effizienter, leistungsstärker und CO2-frei“, insofern der Wasserstoff mit erneuerbaren Energien produziert wurde. Dann wird er grüner Wasserstoff genannt. Liefer- und Produktionsketten könnten nahezu erhalten bleiben und Herstellungsprozesse wären schnell in Masse möglich, wie Korn betont. Motoren würden wieder einfacher, weil beispielsweise der Auf-wand für die Abgasnachbehandlung geringer ausfalle. Denkbar wäre gar, herkömmliche Verbrennungsmotoren auf Wasserstoff umzurüsten. Es könnte mit Wasserstoff also möglich werden, „den Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz in die Zukunft zu bringen mit Blick auf Umwelt- und Klimaschutz“, sagt Wirtschaftsministerin Schmitt.


Auch Fahrzeuge mit Brennstoffzellen fahren schon. Sebastian Goldner, für das operative Geschäft bei Proton Motor verantwortlich, be-richtete von dem Unternehmen, das „Brennstoffzellen-Entwicklung von der Pike auf betrieben hat“, sowie vom Einsatz in Fahrzeugen, aber auch für dezentrale Energiespeiche-rung und Notstromversorgung. So-wohl von Proton Motor als auch von Keyou gab es beim Rundgang Motoren auf dem Prüfstand zu sehen.
Aktuell liefert das Unternehmen Air Liquide Wasserstoff an KST, die Pfalzwerke sollen zweiter Lieferant werden. Martin Tils, Direktor von Air Liquide, wohnt in Bad Dürkheim und ist froh, „hier zu der Entwicklung beitragen zu können“. Auch Pfalzwerke-Vorstand Anfang sagt: „Im Moment ist es der richtige Weg als Baustein für den Klimaschutz.“ Er fasst in Worte, wonach die Vorträge des Abends klangen: „Ich freue mich, mit Ihnen in eine grüne Wasserstoff-Zukunft zu gehen.“

Motoren-Prüfer warnen vor reinem Elektro-Fokus

„Verbrenner bauen dann andere für uns“: Motoren-Experten warnen vor reinem Elektro-Fokus

KST
FOCUS Online, 28.06.2021, Gastautor: Jens Meiners

Die Experten von KST prüfen und beurteilen für eine Vielzahl von Herstellern Elektro- und Verbrennungsmotoren sowie Hybrid- und Wasserstoff-Antriebe. Was denken die Antriebs-Experten zur Elektro-Diskussion?

Als Dienstleister der Automobilindustrie hat sich KST Motorenversuch über Jahrzehnte hinweg einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Die Experten prüfen und bewerten für eine Vielzahl von Herstellern Elektro- und Verbrennungsmotoren sowie Hybrid- und Wasserstoff-Antriebe. Die Diskussion um den Antrieb der Zukunft betrifft die Firma unmittelbar.

Wissenschaftler fordern korrekte CO2-Berechnung

Jetzt sind durch einen offenen Brief von Wissenschaftlern an die EU-Kommission Zweifel an den CO2-Emissionen von Elektro-Antrieben aufgekommen: Der Zusatzbedarf führe zu einem sehr viel höheren CO2-Ausstoß als bisher angenommen.  Wir haben mit KST-Chef Professor Gerhard Reiff über das Thema und die Zukunft verschiedener Antriebsarten gesprochen.

GT Spirit: Professor Reiff, ist an den Berechnungen von Prof. Koch etwas dran und könnten sie zu einer Neubewertung von Elektro-Antrieben führen?

Gerhard Reiff: Es sieht so aus, und es ist auch nachvollziehbar, dass wir für den Betrieb der Elektroautos kurz- und mittelfristig nicht in dem geplanten Maße auf grünen Strom zurückgreifen können. Und ein batterieelektrisches Fahrzeug (BEV), das mit einem großem Anteil an Kohlestrom betrieben wird, hat eine schlechtere CO2-Bilanz als ein moderner Verbrenner, insbesondere ein Diesel.


Der Elektroantrieb macht in bestimmten Marktsegmenten absolut Sinn, aber womöglich muss der eine oder andere heute sehr offensiv beschrittene Transformationsweg noch einmal neu bewertet werden.

Sehen Sie beim Verbrenner überhaupt noch Potential für nennenswerte Fortschritte?

Natürlich ist dort noch Potential und vieles ist auch schon in Vorbereitung. Es ist politisch im Moment nur schwierig, überhaupt das Wort „Verbrenner“ in den Mund zu nehmen. Was mir dabei Sorgen bereitet, ist die Konsequenz aus diesem schlechten Image für unseren Nachwuchs. Die Studiengänge leiden dramatisch unter Studentenschwund. Das wiederum heißt, die Kompetenz beim Verbrenner könnte sich in relativ kurzer Zeit von selbst erledigt haben. Verbrenner bauen andere für uns.

„Beim E-Auto stehen wir, wo wir beim Verbrenner in den 1950er Jahren waren“

Wie sieht es beim E-Antrieb aus – rechnen Sie dort mit technologischen Durchbrüchen bei Akkus und Motoren?

Unabhängig von zukünftigen chemischen Veränderungen in der Zelle selbst gibt es bei der heutigen Technologie noch viel Effizienz- und Lebensdauerpotenzial vor allem im Thermomanagement und dem Zusammenspiel zwischen Motor, Inverter und Batterie. Grundsätzlich sehen wir, dass wir beim BEV am Anfang einer langen anwendungsgerechten technologischen Entwicklung stehen. Wir stehen dort, wo wir beim Verbrenner in den 50iger-Jahren des 20. Jahrhunderts standen. Es ist also noch viel zu tun.

Welche Lösungen bieten sich aus Ihrer Sicht an, um den CO2-Ausstoß möglichst rasch und nachhaltig zu verringern?

Eigentlich eine ganz einfache Rechnung. In Deutschland haben wir aktuell einen CO2-Ausstoß durch den Verkehr von ca. 150 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr. Wenn wir zügig 30% des Sprits auf C02-neutralen synthetischen Kraftstoff umstellen würden, hätten wir in 2030 eine Reduktion von ca. 50 Mio. Tonnen.


Dafür benötigen wir aber ein Bekenntnis zu diesen Kraftstoffen, eine Anrechnung im Flottenverbrauch und eine Perspektive von 20 bis 30 Jahren für Investoren, damit ein Anreiz zum Bau der entsprechenden Anlagen entsteht.

Wie ernst sind die Ankündigungen zu nehmen, Verbrennungsmotoren in den nächsten Jahren komplett einzustellen?

Ich denke, diese Entscheidung treffen nicht die Hersteller, sondern die Kunden in den verschiedenen Marktregionen, und ich bin sehr gespannt darauf, wieviel Geschäft sich die Autohersteller entgehen lassen wollen. Ich hoffe, es setzt sich doch noch die Erkenntnis durch, dass wir zukünftig mehrere zielgerichtete Antriebstechnologien haben werden. Und der effiziente Verbrennungsmotor, betrieben mit synthetischen Kraftstoffen oder Wasserstoff, ist eine Alternative. Mit einem durchaus erträglichen Wirkungsgrad, wenn wir die Umweltbilanz der gesamten Produktions- und Zulieferkette fair bewerten.   FOCUS Online Nachrichten
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KST-Motorenversuch GmbH & Co. KG: Prüffelder für innovative Antriebslösungen der Fahrzeugindustrie

Prüfstände zur Erprobung von Motoren und alternativen Antrieben gewinnen an Relevanz für die Fahrzeugindustrie

Die Fahrzeugindustrie steckt inmitten einer deutlich spürbaren Umbruchsituation. Es sind technologische, ökonomische, gesellschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen, die sich teils grundlegend ändern und den Sektor zu einer umfassenden Neuausrichtung bewegen. Eine wesentliche Entwicklungslinie in diesem Wandel sind die neuen und weiterentwickelten Antriebstechnologien für Fahrzeuge. Längst spricht man nicht mehr nur von Benzin und Diesel, sondern auch von Elektro- und Gasmotoren, hybriden Antrieben, Brennstoffzellen, Wasserstoff-Fahrzeugen und synthetischen Kraftstoffen.

Theoretische Forschungsarbeiten zu neuen Brennverfahren und Motorenkonzepten bzw. -komponenten allein reichen jedoch nicht aus, um Fahrzeuge und Antriebssysteme alltagstauglich zu machen. Das Prüfen und Validieren kompletter Antriebssysteme auf Prüfständen, bei dem auch das Zusammenspiel unterschiedlichster Komponenten geprüft wird, ist unerlässlich.

Die Firma KST-Motorenversuch GmbH & Co. KG aus Bad Dürkheim erprobt und entwickelt auf ihren Prüfständen konventionelle und alternative Antriebsstränge inklusive deren Subsystemen und Komponenten, sowohl aus dem mobilen, als auch stationären Bereich. Die Bandbreite der Prüfstände reicht von 15kW bis zu 4.000kW.

KST besteht bereits seit 1967 und hatte seine Anfänge in der Betriebsstoffprüfung. Im Laufe der letzten Jahrzehnte jedoch hat das Unternehmen frühzeitig den Wandel erkannt und ein Prüffeld mit modernsten Prüfständen für Pkw-, Nutzfahrzeug- und Großmotoren und für die Entwicklung und Erprobung von konventionellen und alternativen Kfz-Antriebssträngen aufgebaut. KST pflegt langjährige, bewährte Partnerschaften und wird als unabhängiger Entwicklungsdienstleiter sowie Prüffeldbetreiber von Automobilherstellern, von Herstellern für Kfz-Antriebsbaugruppen und -komponenten sowie Herstellern von Großmotoren und Kfz-Betriebsstoffen und Zulieferern geschätzt.

Das Leistungsspektrum von KST umfasst Tests rund um elektrische / hybride Antriebe, Leistungselektronik / Inverter, Wasserstoff, Verbrennungsmotoren, Getriebe, Antriebsstrang, Abgasanlagen, Abgasturbolader, Betriebsstoffe und Real Driving Emissions. Diese breit aufgestellten Kompetenzen machen die KST-Motorenversuch GmbH & Co. KG zu einem unverzichtbaren Player und wichtigen Partner – für OEM bis Komponentenlieferanten – in der gesamten Fahrzeugindustrie. Nur durch derartige Prüfmöglichkeiten können alternative Antriebe und dazugehörige Komponenten für den realen Einsatz erprobt und validiert werden.

Es zeigt sich, welche zunehmende Bedeutung Testen und Prüfen für die Zukunft der Fahrzeugindustrie und die Wettbewerbsfähigkeit von Rheinland-Pfalz haben. Es wird deutlich, dass der Bedarf an neuartigen Testeinrichtungen für alternative Antriebe stetig wachsen wird.

KST entwickelt sein Prüffeld entsprechend aktueller technischer Anforderungen kontinuierlich weiter und ist der Fahrzeugindustrie damit von großem Nutzen. Dies macht KST zu einem überaus bedeutenden Akteur in der rheinland-pfälzischen Landschaft der Prüfeinrichtungen mit einem einzigartigem Leistungsportfolio. KST veranschaulicht allerdings auch, wie Unternehmen, die schnell und richtig reagieren, vom Umbruch in der Branche profitieren können. Das zeichnet das Unternehmen als ein Best Practice aus Rheinland-Pfalz aus!

Im Interview mit Professor Dr. Gerhard Reiff, Vorsitzender der Geschäftsführung, KST-Motorenversuch GmbH & Co. KG

Die Fahrzeugindustrie befindet sich aktuell in einem tiefgreifenden Wandel. Wie erleben Sie die momentane Situation?

Den Wandel erleben wir bei KST bereits sehr lange und er ist in einer Wellenform durch das Unternehmen gegangen: Schon Ende der 2000er Jahre kam die Thematik Elektromobilität bei uns auf. Sicherlich waren wir mit der Elektromobilität zu diesem Zeitpunkt etwas früh am Zug, doch als es dann so weit war, mussten sich andere Unternehmen erst hineinfinden, wir waren bereits da und hatten erste Erfahrungen gesammelt.

Das nächste große Thema, das nun mit Macht aufkommt, ist Wasserstoff. Hier hatten wir die glücklichen Umstände, dass wir sehr schnell Kooperationen schließen, ein internes Team bilden und die Umsetzung entsprechend zügig ins Leben rufen konnten. Seit Dezember haben wir die ersten Wasserstoffprüfstände und sind damit auch einer der ersten externen Dienstleister, die Wasserstoffprüfstände überhaupt zur Verfügung stellen können. Und Wasserstoff wird an Bedeutung gewinnen.

Entscheidend bei alledem sind jedoch die Mitarbeiter, die hochinteressiert sind und die Veränderungen mitgehen. Der Wandel ist sehr spannend und bietet viele Chancen. Er bedeutet aber auch, dass man sich weg von eingefahrenen Gleisen und Abläufen bewegen muss, hin zu mehr Flexibilität. Gerade für unsere Mitarbeiter ist das interessant und sie nehmen sich des Umbruchs proaktiv an. Viele Mitarbeiter haben sich selbst und mit Unterstützung der Firma weiterentwickelt und weitergebildet.

Es ist jedoch nicht zurückzuweisen, entscheidend in diesem Strukturwandel ist letztendlich auch das Netzwerk außen herum, die Partner, die Handwerksfirmen bis hin zu potentiellen Kunden oder Institutionen, die wir motivieren können, mitzuhelfen. Das macht uns alle im Gesamten flexibel genug, um die Infrastruktur für z.B. Wasserstoff schnell bereitzustellen. Networking und langjährige Beziehungen sind von Vorteil, damit Ressourcen und Kompetenzen stets dann und dort zur Verfügung stehen, wann bzw. wo sie gebraucht werden.

Wenn Sie aus Sicht ihrer Firma Wünsche zum Strukturwandel äußern könnten, was wären diese?

Ich denke, wir können heute noch nicht präzise sagen, wohin der Weg morgen führt oder welche Technologien marktführend sein werden. Sehen wir uns die CO2-Thematik oder andere Rahmenbedingungen an, so sind wir in vielen Bereichen der Fahrzeugindustrie technologisch noch nicht vollkommen bereit diesen Ansprüchen Genüge zu leisten. Wir können ebenso wenig sagen, ab sofort fahren wir alle elektrisch oder die Gesamtheit der Nutzfahrzeuge wird mit Brennstoffzellen unterwegs sein. Das lässt sich in der Kürze der Zeit gar nicht umsetzen. Mein Wunsch ist, wir müssen an der Technologie-Offenheit festhalten, weiterhin forschen und entwickeln.

Es ist noch nicht final entschieden, wohin der Weg gehen wird. Das wäre zu kurz gedacht. Man muss stattdessen das Gesamtsystem betrachten, zum Beispiel auch die Fragen nach grüner Energie, Wasserstofferzeugung oder Herstellung synthetischer Kraftstoffe und neuen Infrastrukturen. Es wird zudem nicht gänzlich ohne Verbrennungsmotoren funktionieren. Wir benötigen eine technologieoffene Denkweise. Und ich glaube, wir sind in Rheinland-Pfalz dafür gut aufgestellt. Wir werden weiterhin forschen und beobachten müssen. Die Märkte werden unterschiedlich sein, es wird kein einheitliches System geben, es werden stattdessen verschiedenartigste Antriebstechnologien existieren. Für den einen Anwendungsbereich macht Elektromobilität Sinn, für den anderen Wasserstoff, für den nächsten synthetische Kraftstoffe usw. Das Streben etwa rein nach Elektromobilität wäre zu engstirnig. Wir müssen mehr über Antriebstechnologien informieren, auch in die Politik hinein, und zeigen, worum es geht. Und wir können nicht alle alten Infrastrukturen aufgeben bevor wir nicht die neuen beherrschen.

Mit der steigenden Variabilität an Antriebstechnologien, die wir für die Zukunft der Fahrzeugindustrie sehen, werden Prüf- und Testmöglichkeiten zunehmend an Bedeutung gewinnen. Sie haben bei KST dort Ihren Schwerpunkt. Wie wird sich Ihr Unternehmen zukünftig positionieren?

Wir sind bei KST anpassungsfähig aufgestellt. Wir können schon jetzt die drei zentralen Themen Elektromobilität, synthetische Kraftstoffe und Wasserstoff flexibel umsetzen. Wir werden dort künftig unterschiedliche Wachstumsraten sehen. Also werden wir uns weiterhin offen, dynamisch und flexibel positionieren, um Marktschwankungen begegnen zu können. Man muss immerzu tief in der Materie sein, informiert bleiben, die Veränderungen sehen und die Entwicklungen mitgehen, wenn sich der Markt in neue Richtungen bewegt.

Wir werden erst im Laufe der Zeit mehr wissen und begreifen können, ob sich beispielsweise die Elektromobilität tatsächlich derart durchsetzt und ob sich die Infrastruktur dafür aufbauen lässt. Man muss verfolgen und durchdenken, welche Technologie für welchen Anwendungsbereich Sinn macht und was wir für die Zukunft davon mitnehmen können. Was die Erzeugung von Strom oder Wasserstoff anbelangt, wird sich bestimmt noch einiges verändern und wir werden nicht auslernen. Selbst synthetische Kraftstoffe werden wir nicht binnen weniger Tage in ausreichenden Mengen haben. Die entsprechenden Großanlagen dazu müssen erst durch Genehmigungsverfahren, danach gebaut und in Betrieb genommen werden. Die Entwicklungen gehen zwar momentan rasch voran, sind allerdings auch stark von wirtschaftlichen, technologischen, gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen abhängig. Und am Ende müssen wir neue Technologien insbesondere für den Verbraucher bestmöglich bereitstellen können, um sie langfristig am Markt zu etablieren.

Wir bei KST versuchen jetzt und in Zukunft diesem Umbruch und den kommenden Entwicklungslinien mit Flexibilität zu begegnen. Das schaffen wir durch flache Hierarchien, die für wenig Reibungsverluste sorgen und eine enge Abstimmung sowie rasches Reagieren ermöglichen. Weiterhin haben wir ein professionelles Projektcontrolling, das für Transparenz sorgt und uns erlaubt, schnell zu steuern und einzulenken – nicht zuletzt zugunsten der Kundenzufriedenheit. Und schlussendlich haben wir ein Expertengremium, das die nötige Expertise für Zukunftsthemen, für Forschung und Entwicklung einbringt, Informationen aus der Fachpresse analysiert und die Datengrundlage für Entscheidungen über zukünftige Geschäftsmodelle schafft. Dies macht uns in unserem Leistungsspektrum äußerst agil, kundenorientiert und zukunftsfähig.

Kontakt
KST-Motorenversuch GmbH & Co. KG
Bruchstraße 24-38
67098 Bad Dürkheim
info@kst-motorenversuch.de

Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur in der Pfalz – Pfalzwerke planen den Bau einer ersten Erzeugungsanlage in Bad Dürkheim

Pressemeldung der Pfalzwerke

Auf der Suche nach klimafreundlichen Energieträgern der Zukunft wird dem Wasserstoff eine entscheidende Rolle zukommen.

Die PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT sieht in dieser Technologie ein hohes zukunftsfähiges Potential und plant ein bedeutendes dezentrales Wasserstoffcluster in Bad Dürkheim aufzubauen. Dazu soll unter anderem ein 10-Megawatt Elektrolyseur für grünen Wasserstoff errichtet werden. Zahlreiche Unternehmen haben bereits Abnahmemengen reserviert. Ziel ist es zu zeigen, dass Wasserstoff auch im ländlichen Raum sinnvoll produziert und eingesetzt werden kann.


Zu den Interessenten für die Abnahme des in der Pfalz produzierten Wasserstoffs zählt unter anderem der Entwicklungsdienstleister KST -Motorenversuch GmbH & Co. KG mit Sitz in Bad Dürkheim, der weltweit die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der zukünftigen Wasserstoffantriebssysteme sicherstellt. Hier werden die neuartigen Mobilitätslösungen der Automobilbranche wie Brennstoffzellensysteme und Wasserstoffverbrennungsmotoren von Innovationstreibern wie Proton Motor und Keyou getestet. Keyou war erst kürzlich durch eine seltene Direktbeteiligung des European Innovation Council (EIC) Thema in der Presse und ist auf den hochreinen Wasserstoff aus der Pfalzwerke-Anlage zur Durchführung der Probeläufe angewiesen.


„Als Unternehmen, das die Zukunft der Mobilität im Blick hat, ist eine mengenmäßig hinreichende und zuverlässige Versorgung mit hochreinem Wasserstoff von großer zeitkritischer Bedeutung. Deshalb muss die rheinland-pfälzische Regierung mit vermehrter Anstrengung alles dafür tun, damit erzeugerseitig genug grüner Wasserstoff zur Verfügung gestellt werden kann“, so Professor Dr. Gerhard Reiff, Vorsitzender der Geschäftsführung von KST.

Proton Motor und KST‐Motorenversuch kooperieren im H2‐Bereich

Neuer Prüfstand testet Wasserstoff‐Brennstoffzellen für automotive Anwendung

Puchheim bei München, 28. Oktober 2020 – Nationale und regionale Bündnisse platinieren die Bedeutung von Wasserstoff als alternativer Energieträger zur Erreichung von Klimazielen im Zuge der Dekarbonisierung unseres Planeten.

Technologie‐Vorreiter „Proton Motor Fuel Cell GmbH“ (www.proton‐motor.de) widmet sich seit über 20 Jahren erfolgreich der Herstellung von Wasserstoff‐Brennstoffzellen für den Einsatz im stationären und mobilen Bereich. Für die automotive Anwendung wurde in diesem Jahr die Beauftragung von „E‐Trucks Europe“ zur Ausrüstung von Müllsammelfahrzeugen mit der HyRange©‐Lösung zur Reichweitenverstärkung vermeldet. Zwecks aktueller Kapazitätsausweitung der Test‐ und Validierungs‐Aktivitäten ist jetzt die neue Kooperation mit der „KST‐Motorenversuch GmbH & Co. KG“ (www.kst‐motorenversuch.de) vereinbart worden.

Kooperationsvereinbarung zwischen der KST Motorenversuch GmbH u. Co. KG und der Gesellschaft zur Förderung technischen Nachwuchses Darmstadt e.V.

Kooperationsvereinbarung zwischen der KST Motorenversuch GmbH u. Co. KG und der Gesellschaft zur
Förderung technischen Nachwuchses Darmstadt e.V., einem An-Institut der Hochschule Darmstadt, am
25.10.2018 zur Einrichtung eines Zentrums für synthetische Kraftstoffe in den Räumen der Willy Wolf Akademie auf dem Betriebsgelände der KST in Bad Dürkheim.

Zur Erreichung der Klimaziele wird in der aktuellen Diskussion die Möglichkeit der klimaneutralen synthetischen
Kraftstoffe als eine sinnvolle Alternative der zukünftigen Mobilität vernachlässigt. Unter Beibehaltung der Kraftstofflogistikketten und wahrscheinlich risikolosem Betrieb der Bestandsflotte, zumindest bei Beimischungslösungen, steht dieser Lösung aus heutiger Sicht nichts im Wege. KST Motorenversuch und die Gesellschaft zur Förderung technischen Nachwuchses Darmstadt e.V. (GFTN), ein An-Institut der Hochschule Darmstadt, wollen mit ihren Anstrengungen im Zentrum für synthetische Kraftstoffe an marktgängigen Motoren Grundlagenuntersuchungen durchführen und den Weg zu einer breiten öffentlichen und politischen Diskussion und Umsetzung in die Praxis unterstützen.


„Synthetische Kraftstoffe aus regenerativen Energien und aus der Luft gewonnenem CO2 stellen eine Alternative
dar, die heute aus wirtschaftlichen Gründen eher stiefmütterlich behandelt wird. Mit unseren Vorhaben wollen wir
gleichzeitig auch junge Menschen für dieses spannende Zukunftsthema begeistern“, so Prof. Dr. Gerhard Reiff,
Vorsitzender der Geschäftsführung von KST. Durch die regionale Nähe und ihre inhaltliche Ausrichtung biete sich
die GFTN für eine gemeinsame Vorgehensweise an. „Mit praxisnahen Lehrveranstaltungen und gemeinsamen
Entwicklungs- und Forschungsvorhaben wollen wir die verschiedenen Wege zur CO2-Einsparung mit begleiten“,
sagt Reiff.


Seitens der GFTN fungiert Prof. Dr. Gerald Ruß als Kooperationspartner. Ruß ist Professor an der Hochschule
Darmstadt und vertritt dort das Fachgebiet Kraft- und Arbeitsmaschinen. In seiner Funktion als Mitglied der GFTN
widmet er sich insbesondere dem Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis. „Die Erfahrung von KST
über viele Jahrzehnte sowohl auf dem Gebiet der Kraft- und Schmierstofftechnik als auch auf dem Gebiet des
Motorentestens bietet den Studierenden spannende und realitätsnahe Aufgaben für Praktika und Abschlussarbeiten“, sagt Ruß.


In der Willy Wolf-Akademie werden dem Zentrum Seminarräume zur Verfügung gestellt und Labor-räume den
jeweiligen Projektanforderungen entsprechend gemeinsam ausgestattet. In den nahe gelegenen Testeinrichtungen von KST wird den Studierenden gleichzeitig die Möglichkeit zur Einsicht in den harten Testalltag gegeben.
Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung und Umrahmung mit einem klassischen Musikvortrag wurde am
Donnerstag (25.10.) der Startschuss für die Kooperation gegeben.
KST Motorenversuch ist als Engineering- und Testdienstleister mit rund 180 Mitarbeitern seit mehr als 50 Jahren im
Automotive-Markt unterwegs und wächst im Umfeld der neuen Herausforderungen überdurchschnittlich.

v. l. n. r.
Gunther Wolf, Geschäftsführer von KST-Motorenversuch GmbH & Co. KG
Prof. Dr.-Ing. Gerald Ruß, Professor an der Hochschule Darmstadt mit dem Lehrgebiet Kraft- und Arbeitsmaschinen,
Wärmetechnik, Maschinenelemente und zugehörige Konstruktionen
Prof. Dr. Gerhard W. Reiff, Vorsitzender der Geschäftsführung von KST-Motorenversuch GmbH & Co. KG
Andreas Wolf, Leiter der Willy Wolf Akademie

Kooperationsvereinbarung zwischen der Hochschule Kaiserslautern und der KST Motorenversuch GmbH u. Co. KG

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen der Hochschule Kaiserslautern und der KST Motorenversuch GmbH u. Co. KG am 24.04.2018 zur Einrichtung eines Zentrums für E-Mobilität in den Räumen der Willy Wolf-Akademie auf dem Betriebsgelände der KST in Bad Dürkheim.

Die rasanten Veränderungen und Entwicklungen in der E-Mobilität fordern von den Engineering- und Testdienstleistern wie KST eine schnelle und effiziente Anpassung der technischen und personellen Ressourcen. Gleichzeitig ist es für Hochschulen eminent wichtig in diese Veränderungsprozesse frühzeitig eingebunden zu sein um die Lehr- und Forschungs-pläne entsprechend justieren zu können. Durch die regionale Nähe und die Ausrichtung des Studienplans bietet sich die Hochschule Kaiserslautern für eine gemeinsame Vorgehensweise an. Mit dem Zentrum für E-Mobilität an der KST- eigenen Willy Wolf-Akademie wollen die zukünftigen Partner diesen Anforderungen gemeinsam Rechnung tragen. „Mit praxisnahen Lehrveranstaltungen und gemeinsamen Entwicklungs- und Forschungsvorhaben wollen wir die nächsten Schritte der individuellen Mobilität begleiten und gleichzeitig junge Menschen für diese spannenden Entwicklungen begeistern“, so Prof. Dr. Gerhard Reiff, Vorsitzender der Geschäftsführung von KST.

In der Willy Wolf-Akademie werden dem Zentrum Seminarräume zur Verfügung gestellt und Labor-räume den jeweiligen Projektanforderungen entsprechend gemeinsam ausgestattet. In den nahe gelegenen Testeinrichtungen von KST wird den Studierenden gleichzeitig die Möglichkeit zur Einsicht in den harten Testalltag der zukünftigen Antriebslösungen gegeben. „Ab dem Sommersemester werden wir in den Laboren der Willy Wolf-Akademie unter anderem den E-Motor für den 2018er Formula Student Rennwagen der Kaiserlauterer Hochschulen mit unserem gemeinsamen Know-How optimal und siegfähig abstimmen. Studierenden bieten wir damit spannende und realitätsnahe Aufgaben für Praktika und Abschlussarbeiten“, sagt Prof. Dr. Ing. Hartmut Opperskalski der Leiter des Instituts für energieeffiziente Systeme an der Hochschule Kaiserslautern. Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung wurde die Kooperationsvereinbarung für die Hochschule Kaiserslautern von dessen Vizepräsidenten Herrn Prof. Dr. Ing. Albert Meij unterzeichnet.

KST Motorenversuch ist als Engineering- und Testdienstleister mit rund 180 Mitarbeitern seit mehr als 50 Jahren im Automotive Markt unterwegs und wächst im Umfeld der neuen Herausforderungen überdurchschnittlich. Die Hochschule Kaiserslautern legt in Ihrem Portfolio einen deutlichen Schwerpunkt auf die Elektromobilität unter anderem mit dem Institut für energieeffiziente Systeme.

v. l. n. r.
Andreas Wolf, Leiter der Willy Wolf Akademie
Prof. Dr. Gerhard W. Reiff, Vorsitzender der Geschäftsführung von KST-Motorenversuch GmbH & Co. KG
Gunther Wolf, Geschäftsführer von KST-Motorenversuch GmbH & Co. KG
Prof. Dr.-Ing. Hartmut Opperskalski, Professor an der Hochschule Kaiserslautern
Prof. Dr.-Ing. Albert Meij, Vizepräsident Studium, Lehre & Internationalisierung an der Hochschule Kaiserslautern